George Eastman

Er brach die Schule vorzeitig ab und wurde – verglichen mit den damaligen akademischen Standards – als "nicht besonders begabt" eingestuft. Aufgrund der Armut der Familie kümmerte er sich schon als junger Mann um die Versorgung seiner verwitweten Mutter und seiner beiden Schwestern, von denen eine schwer behindert war.

Seine berufliche Laufbahn begann er mit 14 Jahren in einem Versicherungsunternehmen als Bürohilfe. Danach wurde er in der ortsansässigen Bank angestellt.

Dieser Mann war George Eastman, und seine Fähigkeit, finanzielle Widrigkeiten zu überwinden, seine Begabung für Organisation und Management und sein lebendiger Geist und seine Erfindungsgabe machten ihn schon mit Mitte zwanzig zu einem erfolgreichen Unternehmer, der seine Firma, die Eastman Kodak Company, als eines der Spitzenunternehmen der amerikanischen Wirtschaft etablieren konnte.

George Eastman
George Eastman

 

 
Doch der Aufbau eines multinationalen Unternehmens und die Entwicklung zu einem der landesweit wichtigsten Industriellen forderte Engagement und Opferbereitschaft. Der Preis dafür war nicht gering.

Kindheit

George Eastman wurde als jüngstes von drei Kindern am 12. Juli 1854 im Dorf Waterville, ca. 30 km südwestlich von Utica, im Hinterland von New York, geboren. Seine Eltern waren Maria Kilbourn und George Washington Eastman. Das Haus auf der alten Eastman Farm, in dem schon sein Vater auf die Welt kam und George seine frühe Kindheit verbrachte, kann heute im Genesee Country Museum in Mumford, N.Y., in der Nähe von Rochester besichtigt werden.

George war fünf Jahre alt, als sein Vater mit der Familie nach Rochester zog, um seine ganze Aufmerksamkeit dem Aufbau der Eastman Handelsfachschule zu widmen. Doch dann wurde die Familie von schweren Schicksalsschlägen getroffen. Georges Vater starb, die Fachschule war ein Misserfolg und die Familie befand sich in finanziellen Schwierigkeiten.

George setzte seine Schulausbildung fort, bis er 14 war. Zu diesem Zeitpunkt war er aufgrund der familiären Umstände gezwungen, eine Arbeitsstelle anzunehmen.

Seine erste Anstellung als Laufjunge für eine Versicherungsfirma brachte ihm 3 Dollar die Woche. Ein Jahr später begann er, für eine andere Versicherungsfirma als Bürohilfe zu arbeiten. Er ergriff selbst die Initiative und war schon bald für die Ablage und sogar das Aufsetzen von Policen zuständig. Sein Gehalt erhöhte sich auf 5 Dollar die Woche.

Doch auch diese Summe reichte nicht aus, die Ausgaben der Familie zu decken. Er begann mit einem Kurs in Buchhaltung, den er abends zu Hause absolvierte, und der ihm zu einem besser bezahlten Job verhelfen sollte.

Im Jahr 1874 wurde George Eastman als Bankangestellter in der Rochester Savings Bank angestellt, nachdem er fünf Jahre im Versicherungswesen gearbeitet hatte. Sein Gehalt verdreifachte sich und stieg auf mehr als 15 Dollar pro Woche.

Die ersten Versuche eines Amateurs

Mit 24 plante Eastman einen Urlaub auf Santo Domingo. Auf den Vorschlag eines seiner Kollegen hin, dass er die Reise doch dokumentieren solle, kaufte sich Eastman eine fotografische Ausrüstung mit allen Utensilien aus der Zeit des Nassplatten-Verfahrens.

Die Kamera hatte die Größe einer modernen Mikrowelle und benötigte ein schweres Stativ. Darüber hinaus schaffte sich Eastman auch ein Zelt an, sodass er die fotografische Emulsion auf die Glasplatten streichen konnte, bevor diese belichtet wurden, und er die belichteten Platten entwickeln konnte, bevor die Emulsion trocknete. Die Ausrüstung umfasste außerdem Chemikalien, einen schweren Plattenhalter und einen Wasserbehälter. Die vollständige Ausrüstung beschrieb Eastman als "Last für ein ganzes Packpferd". Es kostete Eastman darüber hinaus 5 Dollar zu lernen, wie die Ausrüstung bedient wurde.

Die Reise zur Insel Santo Domingo fand nicht statt. Eastman ging jedoch völlig in der Fotografie auf und begann, an der Vereinfachung dieses komplizierten Verfahrens zu arbeiten.


Selbstportrait auf
Experimentierfilm

Eastman erfuhr aus einer britischen Zeitschrift, dass Fotografen ihre eigene Gelatineemulsion herstellten. Platten, die mit dieser Emulsion beschichtet wurden, blieben auch nach dem Trocknen noch lichtempfindlich und konnten nach Belieben belichtet werden. Eastman begann, nach einem Rezept aus einer dieser britischen Zeitschriften eine Gelatineemulsion herzustellen.

Tagsüber arbeitete er in der Bank. Abends und nachts experimentierte er zu Hause in der Küche. Von seiner Mutter stammt die Geschichte, dass er hin und wieder zu müde war, sich überhaupt auszuziehen, und auf einer Decke in der Küche neben dem Herd schlief.

Nach drei Jahren des Experimentierens hatte Eastman eine Formel gefunden, die funktionierte. Bereits 1880 hatte Eastman nicht nur das Trockenplatten-Verfahren erfunden, sondern auch eine Maschine zur Herstellung großer Mengen an Trockenplatten patentieren lassen. Er hatte sehr schnell die große Chance erkannt, Trockenplatten zum Verkauf für andere Fotografen herzustellen.

Die Geburt eines Unternehmens

Im April 1880 mietete Eastman den 2. Stock eines Gebäudes in der State Street in Rochester und begann mit der Herstellung von Trockenplatten zu Verkaufszwecken. Eine seiner ersten Anschaffungen bestand in einem gebrauchten Motor, den er für 125 Dollar erwarb.

"Eigentlich benötigte ich nur einen Motor mit einer Pferdestärke", sagte er dazu später. "Dieser besaß zwei Pferdestärken. Doch ich dachte mir: Vielleicht wächst das Unternehmen ja. Es war einen Versuch wert, und so kaufte ich den Motor."

Während das junge Unternehmen wuchs, war es mindestens einmal mit dem totalen Ruin konfrontiert, als Trockenplatten in den Händen von Zwischenhändlern schlecht wurden. Eastman rief diese Produkte zurück und ersetzte sie mit funktionsfähigen Platten. "Den Schaden zu ersetzen, kostete uns den letzten Dollar", meinte Eastman dazu. "Doch was davon übrig blieb, war wichtiger: der gute Name."


Das erste Büro von Eastman befand sich im
dritten Stock dieses Gebäudes
in der State Street in Rochester.

"Mir wurde immer mehr bewusst,", sagte er später, "dass wir nicht nur Trockenplatten herstellten, sondern dass wir damit begonnen hatten, die Fotografie zum Alltag zu machen." Oder kürzer ausgedrückt: "Die Kamera wurde so einfach wie der Bleistift".

Eastman konzentrierte sich immer mehr darauf, einen leichteren und flexibleren Träger als Glas zu finden. Der erste Versuch in diese Richtung bestand aus der Beschichtung von Papier mit fotografischer Emulsion, das anschließend in einen Rollenhalter eingelegt wurde. Der Rollfilmhalter wurde in Fachkameras anstelle des Halters für die Glasplatten eingelegt.

Die erste Filmwerbung 1885 kündigte die Einführung eines neuen lichtempfindlichen Films an, der als preisgünstige und bequeme Alternative zur Trockenplatte für Studio- und Außenaufnahmen verwendet werden könne.

Dieses neue fotografische System mit Rollenhaltern wurde sofort zum Erfolg. Doch Papier als Trägermaterial war nicht vollständig zufriedenstellend, da die Körnigkeit des Papiers auf dem Foto wiedergegeben wurde.

Die Lösung, die sich Eastman dazu einfallen ließ, war eine Beschichtung des Papiers mit einfacher, löslicher Gelatine unter einer Schicht mit nicht löslicher, lichtempfindlicher Gelatine. Nach der Belichtung und Entwicklung wurde die bildtragende Gelatineschicht vom Papier gezogen, auf ein Blatt klarer Gelatine übertragen und mit Kollodium überzogen, einer Zelluloselösung, die einen zähen, elastischen Film bildete.

Mit der Perfektion des transparenten Rollfilms und Rollfilmhalters änderte Eastman die Richtung seiner Arbeit gänzlich und schuf damit die Basis, auf der sich sein Erfolg in der Amateurfotografie gründen sollte.

Später kommentierte er: "Als wir die Filmfotografie erfunden hatten, waren wir davon überzeugt, dass jeder, der bisher Glasplatten verwendet hatte, zum Film wechseln würde. Doch wir bemerkten, dass nur eine relative geringe Zahl an Fotografen auf Film umstieg. Also mussten wir uns an die breite Öffentlichkeit wenden, um einen großen Absatzmarkt zu schaffen."

Werbung  

Eastman glaubte sehr stark an die Wichtigkeit von Werbemaßnahmen. Sowohl im eigenen Unternehmen als auch in der Öffentlichkeit. Die ersten Werbeanzeigen für Kodak Produkte erschienen in führenden Zeitungen und Zeitschriften. Die Werbeslogans verfasste Eastman selbst.

1888 wurde mit der Markteinführung der ersten Kodak Kamera der Slogan "You press the button, we do the rest" (etwa: "Sie brauchen nur den Knopf zu drücken, den Rest erledigen wir.") von Eastman geprägt. Später verwirklichten Werbeleute und Agenturen seine Ideen, und schon bald war das Kodak Banner in Fachzeitschriften, Zeitungen, Auslagen und auf Plakatwänden zu sehen.

Das Unternehmen stellte auf Weltausstellungen aus, und jedes Jahr lächelte das "Kodak Mädchen" in neuer Kleidung und mit neuer Kamera charmant Fotografen überall auf der Welt an. 1897 leuchtete auf dem Trafalgar Square in London das Wort "Kodak" von einer elektrischen Leuchttafel. Es war eine der ersten dieser Tafeln, die in der Werbung verwendet wurden.


Eine frühe Werbung mit einem Werbeslogan von Eastman
Heute ist die Werbung des Unternehmens überall auf der Welt zu sehen, und der Markename "Kodak", der von Eastman selbst geschaffen wurde, ist beinahe jedem bekannt.

Der Name "Kodak" wurde im Jahr 1888 als Handelsmarke registriert. Immer wieder gab es phantasievolle Spekulationen, wie dieser Name wohl entstanden ist. Die unspektakuläre Wahrheit ist jedoch, dass Eastman den Namen frei erfunden hat.

Seine Erklärung dazu: "Ich habe den Namen selbst entworfen. Der Buchstabe "K" hat mir schon immer gefallen. Es ist ein starker, prägnanter Buchstabe. Die Herausforderung bestand nun darin, eine Buchstabenkombination zu finden, die ein Wort ergab, das mit K begann und endete. Das Ergebnis war das Wort "Kodak"." Das unverkennbare gelbe Logo, das Eastman persönlich aussuchte, ist weltweit bekannt und stellt einen wichtigen Unternehmenswert dar.

Es war Eastmans erfinderischem Genie zu verdanken, dass von nun an jeder mit einer handlichen Kamera und über einen simplen Knopfdruck Bilder aufnehmen konnte. Er machte aus einem jeden von uns einen Fotografen.

Der Dienst am Mitarbeiter

Über seinen erfinderischen Geist hinaus verband Eastman menschliche und demokratische Wesenszüge und bemerkenswerten Weitblick mit dem Aufbau seines Unternehmens. Seiner Ansicht nach verdienten Mitarbeiter mehr als nur ein gutes Gehalt. Eine Haltung, mit der er seiner Zeit weit voraus war.

Bereits zu einem frühen Stadium des Unternehmens begann Eastman mit der Planung einer "Lohndividende" für seine Mitarbeiter. Seine erste altruistische Tat bestand darin, dass er 1899 einen beträchtlichen Betrag seines eigenen Vermögens ganz und gar als Geschenk an seine Mitarbeiter verteilte.


Kameraherstellung in den 1890ern

Später führte Eastman eine "Lohndividende" ein, von der jeder Mitarbeiter über den Lohn hinaus im Verhältnis zur jährlichen Unternehmensdividende profitierte. Diese Lohndividende war eine absolute Neuheit und stellte einen großen Teil der Verteilung der Nettoeinnahmen des Unternehmens dar.

Eastman war der Auffassung, dass die Prosperität eines Unternehmens nicht unbedingt von neuen Erfindungen und Patenten abhing, sondern vielmehr vom Engagement und der Loyalität der Mitarbeiter, was wiederum durch Gewinnbeteiligung gefördert werden konnte.

Im Jahr 1919 übergab Eastman ein Drittel seines Aktienbesitzes am Eigenbestand – damals ein Wert von 10 Mio. Dollar – an seine Mitarbeiter. Später erfüllte Eastman die Anforderungen, die ihm selbst als verantwortungsbewusstem Arbeitgeber gegenüber seinen Mitarbeitern als notwendig erschienen, und führte die Altersrente, die Lebensversicherung und eine Arbeitsunfähigkeitsrente ein. Dank dieser Zusatzleistungen und der Lohndividende konnten Mitarbeiter getrost einer weitaus sichereren Zukunft entgegen sehen.

Der Biograf Carl W. Ackerman meinte 1932: "Eastman war schon seinerzeit ein ganz Großer. Die soziale Philosophie, die er beim Aufbau seines Unternehmens anwendete, war schon zu seinen Lebzeiten der damaligen Sichtweise weit voraus, und es wird noch viele weitere Jahre dauern, bis sie endgültig allgemein anerkannt und akzeptiert wird."

Die Bereitwilligkeit zur Förderung

Eastman ist beinahe genauso bekannt für seine Menschenliebe wie für seine Pionierleistungen auf dem Gebiet der Fotografie. Wie in vielen anderen Lebensbereichen machte sich der enthusiastische Amateur auch hier ans Werk.

Schon als er 60 Dollar die Woche verdiente, spendete Eastman 50 Dollar an das noch junge und instabile Mechanikerinstitut in Rochester. Heute hat sich daraus das Rochester Institute of Technology entwickelt.

Er war ein großer Bewunderer des Instituts für Technologie in Massachusetts (M.I.T.), da er einige der Absolventen des Instituts angestellt hatte und diese sich als seine besten Assistenten herausgestellt hatten. Diese Bewunderung drückte Eastman nach genauer voriger Prüfung in einer besonders hohen finanziellen Spende an das M.I.T. aus, die sich schließlich auf eine Summe von 20 Mio. Dollar belief. Es handelte sich um eine anonyme Spende von einem gewissen "Mr. Smith", der einige Jahre lang für Spekulationen über seine wahre Identität sorgte und sogar in einem bekannten Lied des Instituts besungen wurde.

Auch Zahnkliniken schenkte Eastman große Aufmerksamkeit. Er übernahm nicht nur die gesamte Planung sondern auch die finanzielle Unterstützung für eine Zahnklinik im Wert von 2,5 Mio. Dollar in Rochester. Anschließend rief er ein großangelegtes Zahnprogramm für Kinder ins Leben. Auch London, Paris, Rom, Brüssel und Stockholm erhielten eine Zahnklinik.

Auf die Frage, wieso er Zahnkliniken so stark förderte, antwortete er: "Hier erhalte ich mehr Ergebnisse für meine Investitionen als auf irgendeinem anderen Gebiet. Es ist medizinisch erwiesen, dass Kinder bessere Chancen im Leben haben, hübscher aussehen, gesünder und lebhafter sind, wenn den Zähnen, der Nase, dem Hals und dem Mund zur entscheidenden Zeit in der Kindheit die angemessene Pflege und Aufmerksamkeit zuteil wird."

Eastman liebte Musik, und es war ihm ein Anliegen, dass sich auch seine Mitmenschen an der Schönheit der Musik erfreuen konnten. Er begründete und unterstützte die "Eastman School of Music", ein Theater und Symphonieorchester. "Es ist vergleichsweise einfach, talentierte Musiker anzustellen. Es ist hingegen unmöglich, die Liebe zur Musik zu erkaufen. Doch ohne eine große Zahl an Menschen, denen die Musik Freude bereitet, ist jeder Versuch, in einer Stadt ein musikalisches Angebot zu zusammenzustellen zum Scheitern verurteilt", so Eastman. Sein Plan bestand also aus dem praktischen Konzept, die Musik der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Ergebnis war, dass die Einwohner von Rochester über Jahrzehnte ihr eigenes philharmonisches Orchester unterstützten.

Die Anteilnahme Eastmans an der Arbeit in Krankenhäusern und Zahnkliniken war mit der Arbeit und Forschung auf diesen Gebieten noch gewachsen. Er förderte ein Programm zur Entwicklung einer medizinischen Schule und eines Krankenhauses an der Universität von Rochester und war auch für den Erfolg dieses Programms verantwortlich. Die beiden Einrichtungen wurden landesweit bekannt, wie auch die Musikschule der Universität. Rochester zeugt noch heute vielerorts von den großen Beiträgen George Eastmans, die das Gemeinschaftsleben bereichern.

Eines seiner aufrichtigen Anliegen war auch die Erziehung und Ausbildung von Afroamerikanern. Dies fand in der Förderung des Hampton and Tuskegee Institutes Ausdruck. Im Jahr 1924 unterzeichnete Eastman eine 30 Mio. Dollar-Spende, die an die Universität von Rochester, das M.I.T. sowie das Hampton and Tuskegee ausgestellt wurde. Als er den Füller niederlegte, sagte er: "Jetzt geht's mir besser."

Seine Erklärung für diese überaus großzügigen Geldgeschenke war: "Der Fortschritt dieser Welt hängt beinahe ausschließlich von der Bildung ab. Ich habe mich für eine beschränkte Anzahl an Empfängern entschieden, weil ich gewisse Bildungszweige fördern wollte. Ich hatte das Gefühl, dass ich auf diesem Weg schnellere Ergebnisse erzielen kann, als es möglich gewesen wäre, wenn ich das Geld verteilt hätte."

Eastman fand oft einen Weg, wie die Spende von der begünstigten Einrichtung gerechtfertigt werden konnte, so dass die jeweilige Institution immer das Gefühl der Unabhängigkeit behielt. In seinen Augen brachte großer Wohlstand die noch größere Chance, von Nutzen zu sein.

Freizeit

Eastman war ein zurückhaltender Mensch, der die Öffentlichkeit mied. Es ist wohl ein Paradoxon, dass jener Mann, der als Synonym für die Fotografie steht, weniger Fotografien von sich aufnehmen ließ, als viele andere herausragende Persönlichkeiten seiner Zeit. Er konnte die Hauptstraße von Rochester entlang spazieren, ohne von Passanten erkannt zu werden.

Eastman lebte seine Philosophie, "Was wir während unserer Arbeitszeit erreichen, bestimmt, was wir haben. Was wir in unserer Freizeit erreichen, bestimmt, wer wir sind." Er war zwar ein zäher Konkurrent, ein harter und praktisch orientierter Geschäftsmann, trotzdem war er gleichzeitig ein mitfühlender und sympathischer Privatmann, zu Hause und in seiner Freizeit.


George Eastman entspannt sich in seiner Bibliothek

Bei seinen jährlichen Reisen nach Europa führte Eastman methodische Besichtigungen von Kunstgalerien durch und fuhr sogar mit dem Rad von einer Galerie zur nächsten. Zum Zeitpunkt, als er sich Meisterwerke auch leisten konnte, besaß er genug Kunstverständnis, um sagen zu können: "Ich kaufe kein Gemälde, bevor ich es nicht eine Weile bei mir zu Hause hängen hatte." So überrascht es nicht, dass die Gemäldesammlung George Eastmans zu einer der exquisitesten privaten Sammlungen gehörte.

Die Vision eines Pioniers

Er war ein bescheidener, zurückhaltender Mensch. Ein Erfinder, ein Vermarkter, ein globaler Visionär, ein Menschenfreund und ein Meister der Einbeziehung.

Eastman starb durch eigene Hand am 14. März 1932 im Alter von 77 Jahren. Von einer fortschreitenden Behinderung durch eine Verhärtung der Zellen im unteren Rückenmark schwer getroffen, wuchs Eastmans Frustrierung darüber, dass er sein aktives Leben nicht aufrechterhalten konnte, und so ordnete er seinen Nachlass.

"Eastman war ein ausschlaggebender Faktor in der Bildung der modernen Welt", hieß es in einem Leitartikel der New York Times nach seinem Tod. "Was er für seine großen Gaben an die Menschheit zurückbekam, investierte er wiederum in ihr Wohlergehen. Er förderte die Musik, stiftete für die Bildung und Erziehung, unterstützte die Wissenschaft bei der Forschung und beim Unterricht, investierte in die Gesundheit und die Milderung von menschlichen Gebrechen, half den Ärmsten in ihrem Kampf um ein wenig Wohlstand, machte seine Heimatstadt zu einem Zentrum der Künste und verhalf seinem eigenen Land in den Augen der Welt zu Ruhm."